1950 geboren in Zechau-Leesen  
1973-79 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig,  
einschließlich Meisterschülerzeit bei Bernhard Heisig  
1979-85 Assistent an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig  
seit 1985 lebt und arbeitet in Berlin  
seit 1979 zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen  
seit 1985 vertreten auf Internationalen Kunstmessen  
seit 1991 Mitglied des Künstlerverbandes Neue Gruppe München  
seit 1992 Mitglied des Deutschen Künstlerbundes  
seit 1998 Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste  
1999 Fred Thieler Preis für Malerei der Berlinischen Galerie  
2000 Gerhard-Altenbourg-Preis des Lindenau-Museums Altenburg  
seit 2004 lebt und arbeitet in Schildow bei Berlin  


Walter Libuda, der immer wieder parallel an Ölbildern, Zeichnungen und dreidimensionalen Werken arbeitet, die seine Vielseitigkeit, Intensität und Erfindungsgabe belegen, wobei Figürliches und Abstraktes durchaus nebeneinander stattfinden können, ist kein Künstler, der sich auf schnelle, genialische Weise mit dem Erlangten zufrieden gibt.
Typisch für den Werkprozess ist eine langwierige Malmethode, bei der er Schicht um Schicht auf die Leinwand bringt, dabei auch immer wieder innehält, Schichten eleminiert, um die Bilder dann, manchmal erst nach Jahren, weiter zu bearbeiten.

Man gewinnt bei Libudas Malerei den Eindruck, als gehe es von der Oberfläche hinunter in eine unbestimmbare Tiefe – es ist ein langer und langsamer Weg.
Was so entsteht, erscheint wie konstruiert und gebaut, wirkt sperrig, verzerrt und hat doch Rhythmus und Schwung, besteht im Eigenen und besticht durch kryptische Verschlossenheit und eine geradezu rabiate Schönheit.

Libudas in sich geschlossene und in sich verschlossene Bildwelten beziehen ihre Spannung aus der Ambivalenz von formal stimmiger Komposition und dem bildnerischen Inhalt, der sich der Sinn-und Existenzfrage annimmt.

Man könnte diese Malerei als klassisch - modern, geradezu traditionalistisch bezeichnen, doch vor allem erscheint sie in ihrer Haltung ehrlich und glaubwürdig, allein deshalb, weil ihr Produzent seinen Weg seit vielen Jahren konsequent weitergeht.
Im Grunde handelt es sich bei dieser Kunst, die eine eigenständige und im positiven Wortsinn eigensinnige Position einnimmt, um eine existenzialistische Kunst.

Mit seinen Themen beschreibt Libuda aus einer Perspektive der Distanz unsere Existenz als Tragikkomödie, als grotesk-irrationales und doch seltsam schönes und fantastisches Geschehen, dem er in unverwechselbarer Form Ausdruck und Präsenz zu verleihen weiß und dabei konstatiert, dass das Dasein des Individuums das eines einsamen Außenseiters ist.

Walter Libudas Kunst fußt in der Romantik, als einem zentralen Ausgangspunkt modernen Erlebens und Empfindens. Es ist, wie man angesichts seiner Bilder erkennen kann, eine Tradition, die bis in die Gegenwart aktuell und wirksam bleibt.


Peter Funken
(aus: Walter Libuda - „Die Große Schwester“, Kunstforum, Bd. 195, 2009)

Arbeiten in Öffentlichen Sammlungen (Auswahl)

  • Altenburg, Lindenau-Museum
  • Berlin, Staatliche Museen, Neue Nationalgalerie
  • Berlin, Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Architektur und Photographie
  • Berlin, Märkisches Museum
  • Budapest, Museum Ludwig
  • Cambridge, MA, Busch-Reisinger Museum, Havard University Art Museums
  • Cottbus, Kunstmuseum Dieselkraftwerk
  • Dresden, Galerie Neue Meister; Staatliche Kunstsammlungen Kupferstichkabinett
  • Frankfurt/Oder, Museum Junge Kunst
  • Hannover, Sprengel-Museum
  • Leipzig, Museum der Bildenden Künste
  • London, The British Museum
  • Moskau, Puschkin-Museum
  • München, Bayrische Staatsgemäldesammlung; Staatliche Graphische Sammlung
  • Neubrandenburg, Staatliche Kunstsammlungen
  • Oldenburg, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte
  • Oslo, Museet for Samtidskunst
  • Peking, Chinesisches Nationalmuseum
  • Rostock, Staatliche Kunsthalle
  • Schwerin, Staatliche Museen, Schlösser und Gärten, Kupferstichkabinett
  • Tokyo, The National Museum of Western Art
  • Wien, Museum Moderner Kunst, Stiftung Ludwig
  • Privatsammlungen u.a. in Deutschland, Österreich, Niederlande, Italien, Spanien, Schweiz,
  • USA, Südafrika, Korea
Walter Libuda